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Stoßwellentherapie


Die Stoßwellenbehandlung ist mittlerweile eine in der konservativen Orthopädie etablierte Therapieform, die bei ausgewählten Indikationen auch als operationsersetzend angesehen wird. Wir setzen die Stoßwellenbehandlung im OrthopädieZentrum Maschen seit 2010 regelmäßig erfolgreich ein. Hierfür steht uns in der Praxis ein eigenes fokussiertes Stoßwellengerät, das Piezowave® der Firma Wolff, zur Verfügung.

Historisch ist die Stoßwellenbehandlung aus der Urologie zur Zertrümmerung von Nierensteinen bekannt. Dieses Verfahren hat sich in der Folge in der Urologie als nicht-invasive Standardbehandlung etabliert. In radiologischen Verlaufskontrollen wurde zufällig beobachtet, dass es bei Beschuss der ableitenden Harnwege und des umgebenden Gewebes zu einer Knochendichtezunahme gekommen ist. Weitere Untersuchungen und Forschungen konnten diesen positiven Effekt bestätigen und die hochenergetische Stoßwellenbehandlung fand ihren Platz in der Behandlung von Pseudarthrosen und Frakturen. Daneben wurde auch der Effekt der Stoßwellenbehandlung auf Veränderungen im Weichteilgewebe geprüft. Insbesondere wurde der Fokus auf die Behandlung der Tendinosis calcarea, der intratendinösen Kalkablagerung in der Rotatorenmanschette, und hier hauptsächlich die Veränderungen in der Supraspinatussehne, untersucht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass sich das Kalkdepot zwar nicht wie die Nierensteine zertrümmern ließ, was an der unterschiedlichen Zusammensetzung der Ablagerungen liegt, aber dass das Kalkdepot durch die Stoßwellenbehandlung in den radiologischen Verlaufskontrollen bis zur vollständigen Auflösung gebracht werden konnte.

Im Weiteren konnten mehrere Diagnosen herausgearbeitet werden, die positiv auf die Stoßwellenbehandlung angesprochen haben.

Folgende orthopädischen Erkrankungen stellen Standardindikationen der Stoßwellenbehandlung dar:

  • Chronische Tendinopathien
  • Plantarfasziitis mit und ohne Fersensporn
  • Achillessehnentendinopathie
  • Epicondylitis humeri radialis („Tennisellenbogen“)
  • Tendinosis calcarea („Kalkschulter“)
  • Tendinosen der Rotatorenmanschette
  • Patellarsehnenreizungen (z.B. Patellaspitzensyndrom)
  • Bursitis trochanterica (seitlicher Hüftschmerz)
  • Knochenheilungsstörungen
  • Pseudarthrosen
  • Stressfrakturen
  • Osteochondrosis dissecans im frühen Stadium

Weitere Indikationen, bei denen positive Effekte bei der klinischen Anwendung der Stoßwelle erzielt werden konnten, sind:

  • Epicondylitis humeri ulnaris („Golferellenbogen“)
  • Adduktorensyndrom
  • Pes anserinus-Syndrom
  • Peronealsehnensyndrom
  • Myofasziales Schmerzsyndrom
  • Myogelosen und Triggerpunkte

Prinzipien der Stoßwellenbehandlung:

Die Erzeugung von Stoßwellen kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Die gängigsten Verfahren sind das elektrohydraulische, das elektromagnetische und das piezoelektrische Prinzip. In unserer Praxis steht ein eigenes Stoßwellengerät mit piezoelektrischer Stoßwellenerzeugung zur Verfügung.

Zur Erzeugung einer Stoßwelle nach dem piezoelektrischen Wirkprinzip werden mehrere Piezoelemente* kugelförmig angeordnet und mit Wasser oder Gel gefüllt. Eine Membran schließt die Piezokugel luftdicht ab. Wird nun ein entsprechend gepolter kurzer Spannungsimpuls angelegt, dehnen sich die Piezokristalle aus und es entsteht ein Druckimpuls. Dieser Druckimpuls wird auf den Kugelmittelpunkt fokussiert. Dort werden die Druckwellen in die gewünschten Stoßwellen umgewandelt. Durch verschieden große Vorlaufstrecken kann die Eindringtiefe des höchsten Stoßimpulses variiert werden, so dass die Stoßwelle den körperlichen Voraussetzungen angepasst werden kann. Die Stoßwellen bewirken im Behandlungsgebiet eine biomechanische Rückkopplung und die Ausschüttung von Botenstoffen, die sowohl Reparaturprozesse als auch durchblutungsfördernde Prozesse einleiten.

Das Behandlungsspektrum unserer Praxis entspricht den oben angegebenen Indikationen.

¹Ein Piezoelement ist ein Bauteil, das den Piezoeffekt ausnutzt, um entweder durch Anlegen einer elektrischen Spannung eine mechanische Bewegung auszuführen (Piezoaktor, verwendet den sogenannten inversen Piezoeffekt), oder bei Einwirkung einer mechanischen Kraft eine elektrische Spannung zu erzeugen. (Quelle: Wikipedia)