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Knorpeltherapie


Fokale (punktuelle) Knorpelschäden des Kniegelenkes waren – ebenso wie fokale Knorpelschäden in jedem anderen Gelenk des Körpers – bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht reparabel und führten über die Zeit zur vollständigen Zerstörung des Gelenkes. So schrieb W. Hunter 1743 in seinem Artikel ´On the structure and disease of articulating cartilage´: „From Hippocrates to the present age it is universally known that ulcerated cartilage is a troublesome thing and that when once destroyed it is not repaired.“ Der Grund dafür ist, dass Knorpelgewebe sich nicht selbstständig regenerieren kann und sich durch die fehlenden Schmerzrezeptoren im Knorpel Schäden erst sehr spät bemerkbar machen. Durch intensive Forschungen kam es jedoch in den letzten 20 – 30 Jahren zu einem immer rascheren Wechsel der Therapiestrategie fokaler Knorpelschäden. Endlich wurde es möglich, Knorpeldefekte nicht nur zu therapieren, so dass die Patienten in ihrem täglichen Leben und bei ihrer Sportausübung nicht mehr eingeschränkt und schmerzfrei waren, sondern auch den Defekt vollschichtig durch gelenkspezifisches Knorpelgewebe zu heilen. Allerdings stellen auch heute noch fokale Knorpelschäden Ärzte und Therapeuten vor große Aufgaben, denn es gilt, das richtige Verfahren für jeden einzelnen Patienten zu finden.


Ist ein Knorpelschaden einmal aufgetreten, so würde er sich unbehandelt weiter ausbreiten, bis das Gelenk schmerzhaft zerstört ist. Ein Gelenkersatz – eine Endoprothese – müsste dann eingebaut werden. Gerade bei jüngeren Patienten mit Knorpelschäden sollte aufgrund der nur limitierten Haltbarkeit der Endoprothesen die Implantation so lange wie möglich hinausgezögert werden.
Herr Dr. med. Alexander Kurme hat sich auf die operative Behandlung fokaler Knorpelschäden am Hüft- und Kniegelenk spezialisiert und nimmt regelmäßig in der ATOS Klinik Fleetinsel Hamburg gelenkerhaltende Eingriffe vor. Dabei führt er die folgenden Behandlungen bei fokalen Knorpelschäden sowie bei Begleitpathologien durch:

  • Die autologe Chondrozytentransplantation (ACT)
  • Die Mikro- / Nanofrakturierung mit Matrixabdeckung
  • Das minced cartilage-Verfahren
  • Korrekturosteotomien bei Beinachsfehlstellungen
  • Stabilisierungsoperation der Kniescheibe (MPFL)
  • Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes
  • Schenkelhalsremodellierung bei CAM-Impingement
  • Pfannenrandtrimming bei Pizer-Impingement
  • Labrumdebridement und -naht

Autologe Chondrozytentransplantation (ACT) – die Knorpeltransplantation

Fokale (punktuelle) Knorpelschäden im Hüftgelenk, dem Kniegelenk sowie hinter der Kniescheibe ab einer Größe von 2 cm2 können mit der körpereigenen Knorpeltransplantation behandelt werden. Dabei werden in einem ersten arthroskopischen Eingriff dem Patienten neben 200 ml Blut zwei Knorpel- Knochenzylinder entnommen. Diese werden zur Anzucht in ein Reinraumlabor geschickt, wo sie sich ohne Fremdzusätze vermehren und in Sphäroide – das sind kleine kugelförmige Körper, die Zellen tragen – angeordnet werden.


Bild 1: Knorpelschaden hinter der Kniescheibe



Bild 2: Knorpelschaden nach Defektreinigung



Bild 3: Knorpelschaden Kniegelenk innen



Bild 4: derselbe Knorpelschaden mit Tasthaken


Bild 5: Kürette zur Defektreinigung



Bild 6: derselbe Knorpelschaden nach Defektreinigung


Bild 7: Knorpelschaden nach Defektreinigung


Bild 8: Einführen einer Stanze an die äußere Notchschulter


Bild 9: Knorpel-Knochenzylindergewinnung



Bild 10: Status nach Knorpelzellgewinnung

Nach ca. 6 – 7 Wochen erfolgt die Replantation. Sollte beim ersten Eingriff der Defekt noch nicht von losen Knorpelfragmenten gereinigt und der Rand stabilisiert worden sein, so erfolgt dies vor der Transplantation. Anschließend wird das Gelenk getrocknet und die Knorpelzellen entweder in arthroskopischer oder in mini-open Technik in den Defekt eingebracht. Die Zellen haften selbstständig, also auch hier ohne Zusätze, am Knochen an und füllen den Knorpelschaden komplett aus.
Die Nachbehandlung erfolgt nach einem streng einzuhaltenden Plan und besteht aus Krankengymnastik, CPM-Schiene, Kühlung und Orthesenversorgung.


Bild 13: Transplantation hinter der Kniescheibe


Bild 14: Transplantation Kniegelenk innen


Bild 15: Sphäroide im Knorpeldefekt Kniegelenk innen